Ein neues Bild von Essen präsentieren

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Das Jahr der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 ist beendet, aber nicht die Idee dahinter. Im Doppelinterview erklären Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen und Umwelt- und Baudezernentin Simone Raskob, welche Ziele erreicht worden sind und welche Herausforderungen noch vor Essen und der Region liegen.

Essen lebt sein Grünes Wunder

Im Jahr der Grünen Hauptstadt konnte Essen ein neues Bewusstsein für das Grün in der Stadt schaffen.

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Essen ist heute die drittgrünste Großstadt Deutschlands und die grünste in Nordrhein-Westfalen. Unter dem Motto „Erlebe Dein grünes Wunder“ hat die ehemalige Montanstadt erfolgreich Parks und Gärten für die Inszenierung Grüner Hauptstadt-Themen genutzt. Der größte Park der Stadt beispielsweise, die Gruga, konnte 2017 ein Besucherplus von 9 Prozent erzielen. Überraschungen gab’s bei der Biodiversität: Über 800 Arten konnten 70 Experten am GEO-Tag der Natur im Juni im Zollvereinpark nachweisen und damit die Zahl der dort bekannten Arten um über 80 vergrößern. Auch der Bundeskongress „Grün in der Stadt“, der anlässlich der Grünen Hauptstadt im Mai in Essen stattfand, gab neue Impulse. Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks machte deutlich, dass es auch nach 2017 mit der Grünflächenentwicklung in der Stadt weitergehen müsse und sagte entsprechende Fördermittel zu.

Startschuss für die Mobilität der Zukunft

Die Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 hat viele Maßnahmen für eine nachhaltige Mobilität angestoßen.

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Mobilität ist nach wie vor das Themenfeld mit dem größten Nachholbedarf – und gleichzeitig das mit den ehrgeizigsten Zielen: Bis 2035 will die Stadt Essen einen Modal Split von 25 Prozent über alle vier Verkehrsträger erreichen. Im Grüne Hauptstadt-Jahr ging es daher vor allem um die Bewusstmachung moderner Mobilitätskonzepte, um eine intelligente Vernetzung und um Verbesserungen der strukturellen Rahmenbedingungen. Im September hat Essen erstmalig an der Europäischen Mobilitätswoche teilgenommen. Von Aktionstagen im Umweltverbund über Mobilitätsberatungen bis hin zu Testfahrten mit Lastenrädern und Elektroautos: Über 60 Aktionen rückten die Themen Sharing, intermodale Mobilität und alternative Antriebe in den Fokus. Raum für fachlichen Austausch boten Konferenzen wie die erste „Mobilitätskonferenz Metropole Ruhr“ oder „Strategien für eine zukunftsfähige Mobilität für das Handwerk in Essen“. „Mit der Teilnahme an der Europäischen Mobilitätswoche hat die Grüne Hauptstadt die Weichen für die Mobilität der Zukunft gestellt. Diesen Schwung muss die Stadt jetzt nutzen“, betont Jochen Hensel, Projektmanager Mobilität beim Projektbüro Grüne Hauptstadt.

Lebensfreude am Wasser

Der Ausbau der blauen Infrastruktur und Projekte, die das Emschertal mit dem Ruhrtal verbinden, sorgen für Lebensqualität am Wasser.

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Die Renaturierung der Emscher verwandelt den ehemaligen Abwasserkanal im Norden der Stadt in einen natürlichen Fluss inmitten eines Naherholungsgebiets. Wichtige Etappenziele konnten 2017 in Essen erreicht werden. Der Oberlauf des Borbecker Mühlenbachs wie auch der Kesselbach im Nachtigallental sind bereits naturnah umgestaltet. Weitere Bachläufe, darunter die Berne, werden in den kommenden Jahren folgen. Der Ausbau der blauen Infrastruktur verbessert die Lebensqualität und stärkt die Widerstandsfähigkeit Essens. Mehr noch: Naturfreunde konnten sich 2017 über die Rückkehr der Emschergroppe freuen. Im August wurden 150 Fische in den Borbecker Mühlenbach eingesetzt. Die geschützte Art ist selten und ein Beweis für die Gewässergüte der renaturierten Köttelbecke. Ein Highlight des Jahres war für viel der Badespaß im Baldeneysee: An der Badestelle Seaside Beach genossen 2017 insgesamt 7.000 Besucher an 47 Badetagen das kühle Nass. Mit der MS innogy hat zudem im August das erste Schiff, das mit klimafreundlichem Methanol betrieben wird, seinen Dienst auf dem Baldeneysee angetreten. Und mit „Essen macht’s klar – Weniger Medikamente im Abwasser“ ist 2017 ein zweijähriges Forschungsprojekt gestartet, mit dem Emschergenossenschaft, Ruhrverband und Stadt Essen unter anderem zur Entsorgung von Altmedikamenten über den Hausmüll aufrufen.

Nachhaltig Leben in Essen

Die Grüne Hauptstadt hat die Menschen für die Verwendung ökologischer, regionaler und fair gehandelter Produkte sowie die Vermeidung von Müll sensibilisiert.

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Eine Vielzahl von Aktionen und Veranstaltungen hat im zurückliegenden Jahr Möglichkeiten einer nachhaltigen Lebensweise aufgezeigt und ein Bewusstsein für den Wert von lokalen Produkten geschaffen. Das Projekt „12 Monate – 12 Köche“ stellt die regionale und saisonale Ernährung in den Fokus. Mit der Veranstaltungsreihe „säen, ernten, Essen“ und dem „Tag der guten Lebensmittel“ hat die Stadt ein Zeichen für bewussteren Konsum gesetzt. An drei Aktionstagen im Frühjahr, Sommer und Herbst präsentierten sich Klein- und Gemeinschaftsgärten, Landwirtschaftsbetriebe, Hofläden und lokale Produzenten. Selbsterntefelder, beispielsweise am Oberschuirshof oder auf dem Mechtenberg, wie auch der Pflückgarten am Weberplatz machten den Verbraucher zum Gärtner. Eine Orientierung mit Blick auf ökologische, regionale Nahrungsmittel geben der Lebensmittelführer „Gutes Essen in Essen“ der Transition Town Initiative sowie der Einkaufsführer „Netzwerk – Gute Lebensmittel im Revier“ von Slow Food Essen. Ergänzt wird das Angebot durch Fairtrade-Produkte, die mittlerweile auch von vielen Essener Einzelhändlern und Gastronomen geführt werden.

Essen zeigt Wandlungskompetenz

Die erfolgreiche Transformationsgeschichte einer Kohle- und Stahlstadt zur grünsten Stadt in Nordrhein-Westfalen ist Vorbild für viele Städte Europas im Strukturwandel.

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Die Metropole Ruhr ist ein Laboratorium für Entwicklungsprogramme zur Nachhaltigkeit. Dicht aufeinander folgten die Internationale Bauausstellung Emscher Park, der Masterplan Emscher-Umbau, die Kulturhauptstadt RUHR.2010, der Innovation City Prozess und die Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017. Und auch die Zukunft ist grün: Klima¬Expo.NRW und klimametropole RUHR setzen als Ideenlabor und Leistungsschau noch bis 2022 auf die Themen Innovation, Bildung und Klimaschutz. Zudem haben die Vorbereitungen für die Internationale Gartenausstellung 2027 in der Metropole Ruhr begonnen. Und auch der Arbeitsmarkt wandelt sich: Anzahl und Bedeutung der sogenannten „Green Jobs“ nehmen kontinuierlich zu. Bis zum Jahr 2025 soll die Zahl der grünen Arbeitsstellen in Essen von zuletzt 13.000 auf 20.000 angewachsen sein.

Downloads

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Hier finden Sie die PDF-Datei der englischen Ausgabe 01.2018 von Heimatgrün.
Englische PDF-Datei

Hier finden Sie die PDF-Datei Infografik „Das Jahr der Grünen Hauptstadt in Zahlen"

Infografik PDF-Datei


Impressum

Bildnachweise in der Reihenfolge ihres Erscheinens:
Bild 1: Sascha Kreklau
Bild 2/Film: Bacel Atassi
Bild 3, 5,11: Jochen Tack
Bild 4, 6, 7, 9,10: Frank Vinken
Infografik: Gesa Braster
Bild 8: Green Capital Nijmegen

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v.i.S.d.P.: Michael Höffken, Guido Schweiß-Gerwin
Geschäftsführer: Michael Höffken, Guido Schweiß-Gerwin

Erfüllungsort und Gerichtsstand: Essen
Handelsregisternummer: HRB 20929
USt-ID-Nr.: DE262295109

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