Der grüne Wandel

Die Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017 lebt vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger. Nahezu 400 Vorschläge für Bürgerprojekte wurden eingereicht, gut die Hälfte davon wird 2017 realisiert. Wir stellen vier Projekte vor, die inspirieren und für die Anliegen einer grünen Stadt sensibilisieren.

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Der Klang von Ruhr und Emscher

Der 33-jährige Sounddesigner Nils Mosh hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Klang von Ruhr und Emscher einzufangen, um ihn der ganzen Welt über das Internet zugänglich zu machen.

Wir treffen Nils Mosh im Mühlbachtal in Essen-Frohnhausen. Der Borbecker Mühlenbach, ein renaturierter Emscherzufluss, plätschert gemächlich vor sich hin. Ein munteres Gurgeln ist zu hören, wenn das Wasser mit mäßiger Geschwindigkeit ein paar große Steine im Bachbett umspült. „Wasser an sich macht keinen Sound. Spannende Geräusche entstehen überall dort, wo der Bachlauf auf ein Gegenüber trifft, auf einen Stein, auf Pflanzen oder Erhebungen im Flussbett“, erklärt der Experte.

Solchen Geräuschen rückt Nils Mosh mit speziellem Equipment zu Leibe. Mindestens eine neue Klangdatei pro Monat möchte der Sounddesigner 2017 in seinem Blog vorstellen. „Mein Ziel ist es, im Laufe des Jahres jeden Abschnitt von Ruhr und Emscher in Essen abzuarbeiten und Interessierten Tipps zu Orten zu geben, die besonders reizvoll klingen“, sagt der Rüttenscheider und verspricht für Ende des Jahres eine faszinierende Soundcollage.

Mehr dazu auf www.soundofessen.com

Frohnhausen blüht auf

Sabine Mehske lebt seit über zehn Jahren im Essener Stadtteil Frohnhausen und ist davon überzeugt, dass die Anwohner es dort viel schöner hätten, würde jeder einen kleinen Beitrag leisten.

Sabine Mehske steht bis zu den Knöcheln im Laub und fischt eine weggeworfene Verpackung nach der anderen zwischen den heruntergefallenen Ahornblättern am Genossenschaftsplatz hervor. Zigarettenschachteln, Tetra-Paks, Chipstüten – all das landet in dem kleinen Eimer, den sie von zu Hause mitgebracht hat. 2017 möchte sie zehn öffentliche Beete im Zentrum von Frohnhausen bepflanzen und regelmäßig von Müll und Unkraut befreien.

„Ich möchte es einfach nett haben, wenn ich durch meinen Stadtteil laufe. Wer schaut sich nicht lieber blühende Staudenpflanzen als eine vermüllte Brachfläche an?“ Für das kommende Jahr hofft die Hobby-Gärtnerin auf Unterstützung aus der Nachbarschaft, denn momentan steht sie mit ihren Plänen noch alleine da. „Das Projekt ist eine tolle Möglichkeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen und Zeit an der frischen Luft zu verbringen“, so die Essenerin.

Wer Sabine Mehske unterstützen möchte, kann per Email Kontakt aufnehmen:
sabine-mehske@gmx.de

Made in Eltingviertel

Die Aufwertung des Essener Eltingviertels ist für Lena Halbedel und Florian Krohm eine Herzensangelegenheit. Die beiden angehenden Industriedesigner studieren an der Folkwang Universität der Künste und wollen dem Quartier mit dem eher problematischen Ruf ein neues Image verleihen.

Nördlich des Viehofer Platzes schuf der Unternehmer Hermann Elting Ende des 19. Jahrhunderts ein Quartier für Arbeiter. Heute ist das Viertel, das trotz seiner schönen Gründerzeitbauten vielen gar nicht bekannt ist, ein wenig in die Jahre gekommen. Die Geschäfte von einst sind aus dem Straßenbild verschwunden, vermüllte Ecken sind keine Seltenheit. Vor diesem Hintergrund haben Lena und Florian die Ideenmanufaktur ELTINGMÖBEL gegründet.

„Wir entwerfen Produkte die zu hundert Prozent aus urbanen Rohstoffen bestehen. Dafür nutzen wir zum Beispiel Sperrmüll, der an vielen Straßenecken einfach abgestellt wird“, erklärt der 23-jährige Florian. Mit der Marke MADE IN ELTINGVIERTEL erklären die beiden den Sperrmüll zu etwas Hochwertigem und Lena ergänzt: „Zudem hoffen wir natürlich, dass die Menschen ihr eigenes Sperrmüllverhalten überdenken.“

Nähere Infos zum Projekt unter www.eltingmoebel.de

Green Fashion

Dominique Ellen van de Pol ist studierte Mode- und Textildesignerin, die sowohl Praxiserfahrungen in der schillernden High-Fashion-Welt als auch in indonesischen Massenproduktionsstätten gesammelt hat. 2017 bietet sie in Essen geführte Shopping-Touren an und informiert über ökofaire Mode.

Zufrieden betrachtet sich Dominique Ellen van de Pol im Spiegel des Concept-Stores cob im Herzen von Rüttenscheid. Sie trägt ein grünes Kleid des niederländischen Modelabels studio JUX, das seine nachhaltigen Kollektionen in einer eigenen Fabrik in Nepal produzieren lässt. „Wir alle sind durch unsere Kleidung miteinander verbunden“, erklärt die Mode-Expertin. „Denn an der Herstellung eines jeden Rocks oder Pullovers sind zahlreiche Menschen rund um den Globus beteiligt.“

Auf ihren geführten Touren informiert sie über nachhaltige Shopping-Alternativen in Essen und steht den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zudem als Stylistin zur Seite. „Ich verurteile niemanden, der bei den großen Modeketten einkaufen geht. Denn selbst wenn man der Fast Fashion-Industrie kritisch gegenübersteht, kann es angesichts diverser Schnäppchen mal passieren, in einen spontanen Kaufrausch zu verfallen“, lacht Dominique van de Pol. „Daher empfehle ich, gezielt Läden anzusteuern, in denen man sich ohne Gewissensbisse neu einkleiden kann.“

Weitere Infos zu den Touren und Terminen gibt es unter www.dominique-vandepol.com

Freiwillige vor!

An touristischen Sehenswürdigkeiten und bei Veranstaltungen leisten sie einen wichtigen Beitrag und auch darüber hinaus haben sie immer ein offenes Ohr: die Grüne Hauptstadt-Volunteers. Jetzt registrieren und mitmachen!

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Freiwilligen-Beauftragte Martina David hat sich bereits im Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 engagiert. „Ich habe mich damals täglich eingebracht und bin am Ende sogar als ‚Volunteer mit den meisten Einsätzen’ geehrt worden“, berichtet die 50-Jährige. In Zusammenarbeit mit der Grünen Hauptstadt sucht sie nun nach Freiwilligen, die sich für Natur und Umwelt stark machen und mit ihrer Begeisterung andere anstecken wollen.

„Die Möglichkeiten, sich zu engagieren, sind vielseitig“, erklärt Martina David. „Im Alter von 18 bis 80 ist für jeden etwas Passendes dabei.“ Wer an Essens grünem Wunder mitwirken möchte, kann sich online registrieren. Nach einem persönlichen Gespräch werden die Volunteers dann in einer Schulung auf ihren Einsatz vorbereitet.
www.volunteers-egc2017.de

In Szene gesetzt

Wie sieht sie aus, die Grüne Hauptstadt Essen, die den Wandel vom einstigen Montanstandort zur drittgrünsten Deutschlands geschafft hat? Mit dieser Frage setzten sich 2016 Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland im Rahmen eines Plakatwettbewerbs auseinander. Die Entwürfe aus dem Wettbewerb sind ab dem 20. Januar im Museum Folkwang zu sehen.

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Die Auswahl der Designer garantierte von Beginn an eine große Breite der visuellen Umsetzung. Die drei Themen „Umdenken“, „Wandel“ und „Bewegung“ wurden auf ganz unterschiedliche Art und Weise interpretiert. Nach intensiven Beratungen entschied sich die Jury für die Serie von Henning Wagenbreth aus Berlin. „Die Bildelemente auf meinen Plakaten für Essen als Grüne Hauptstadt Europas 2017 stehen für die vielfältigen Aspekte einer modernen, grünen Lebensweise“, fasst der Künstler zusammen.

Im Rahmen eines Nachwuchswettbewerbes haben Studenten der Folkwang Universität der Künste parallel insgesamt 15 Serien erarbeitet und eingereicht. Das Deutsche Plakat Forum e.V. hat die studentischen Arbeiten beurteilt und einen gesonderten Preis vergeben. Hier fand die provokante Serie von Jennifer Jäger und Linda Knott die einhellige Zustimmung der Jury. Eine Auswahl von Plakatentwürfen aus dem Wettbewerb ist vom 20. Januar bis zum 5. März im Museum Folkwang zu sehen.

GRowEEN – Essens grünes Wunder

Die Volkshochschule (VHS) am Burgplatz soll zum Leuchtturm der Grünen Hauptstadt Europas – Essen 2017 werden. Im Interview erklärt Visual Artist Jens J. Meyer, wie er die Glasfassade der VHS in einen vertikalen Garten verwandeln will.

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Ihre GRowEEN-Installation soll zum Ankerpunkt der Grünen Hauptstadt werden – was haben Sie geplant?
In Zusammenarbeit mit meinem Team, das aus Mitarbeitern der VHS und den Grün-Expertinnen von akzente raumbegrünung besteht, möchte ich die Glasfassade der VHS temporär in eine monumentale Skulptur verwandeln und ein weithin sichtbares künstlerisches Zeichen im urbanen Raum setzen.

Inwiefern passt das Projekt zur VHS?
Die VHS ist vergleichbar mit einem Gewächshaus, das Pflanzen unterschiedlicher Entwicklungsgrade und Herkunft entsprechende Rahmenbedingungen zum Wachsen bietet. Ganz nach dem Motto: „Wachsen durch Bildung“.

Was soll die Installation in den Menschen auslösen?
Umweltpsychologische Studien bestätigen, dass eine städtische Umgebung Stress erzeugt. Die Natur kann diesen minimieren, denn Pflanzen in unserer Umgebung wirken sich direkt auf unser Wohlbefinden und unseren Gesundheitszustand aus. Sie verbessern zum Beispiel das Raumklima und die Akustik.

Weitere Infos zum Programm der VHS unter:
www.vhs-essen.de/grünehauptstadt

Impressum

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v.i.S.d.P.: Michael Höffken, Guido Schweiß-Gerwin
Geschäftsführer: Michael Höffken, Guido Schweiß-Gerwin

Erfüllungsort und Gerichtsstand: Essen
Handelsregisternummer: HRB 20929
USt-ID-Nr.: DE262295109

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